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Bestimmte Schrifttypen wirken emotional oder tragen Klischees mit sich. Die genutzte Schriftart spielt dabei eine große Rolle.
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Schriftenklassifikation

Schriftenklassifikation und ihre Wirkung

Egal ob während der Arbeit, zu Hause oder Unterwegs: Wir stoßen täglich auf Plakate, Fernseherwerbung, Werbeanzeigen, Zeitschriften, Flyer und Webseiten. Was wir wirklich wahrnehmen ist meist nur der Inhalt des entsprechenden Mediums. Wirklich darüber nachdenken, ob die genutzte Schriftart dabei eine große Rolle spielt, würden nur die wenigsten unter uns.

Als Grafiker ist das ganze jedoch eines der wichtigsten Entscheidungen die wir beim Gestalten eines Mediums treffen müssen. Bestimmte Schrifttypen wirken emotional oder tragen Klischees mit sich. Fonts wie Comic Sans würden wir bei einer seriösen Zeitung niemals ernst nehmen. Dazu passt eher die Times New Roman. Typisch Zeitung, oder?

Wie viele Schriftarten es wirklich gibt, können wir nicht genau sagen. Selbst der größte Online Anbieter für Schriftarten „myfonts.com“ kann uns Grafikern zurzeit nur ca. 42 Tausend Schriftarten anbieten. Bei solch einer großen Zahl braucht man definitiv eine gute Sortierung.

Nach der DIN 16518 gibt es eine Aufteilung in 11 verschiedene Gruppen.

  1. Venezianische Renaissance-Antiqua
  2. Französische Renaissance-Antiqua
  3. Barock-Antiqua
  4. Klassizistische Antiqua
  5. Serifenbetonte Linear-Antiqua
  6. Serifenlose Linear-Antiqua
  7. Antiqua-Varianten
  8. Schreibschriften
  9. Handschriftliche Antiqua
  10. Gebrochene Schriften
  11. Fremde Schriften

Jedoch gibt es bereits ein neues Klassifizierungsschema, das alles nur noch in 6 Gruppen aufteilt. Heutzutage gibt es einfach viel zu viele Schriften die nicht mehr in die damalige Aufteilung passen. Diese Gruppen lassen sich alleine anhand ihres Namens erklären und sind auch im Allgemeinen praktischer als ihre Vorgänger.

  1. Gebrochene Schriften
  2. Römische Serifen-Schriften
  3. Lineare Schriften
  4. Serifenbetonte Schriften
  5. Geschriebene Schriften
  6. Fremde Schriften (Griechisch, Chinesisch, Japanisch, Kyrillisch)

Wo welche Schriftart untergebracht wird, entscheiden eine Hand voll Hauptkriterien. Diese werden anhand der jeweiligen Unterscheidungen festgelegt:

  • Das Vorhandensein von Serifen
  • Die Form der Serifen
  • Winkel oder auch Strichstärke des Schenkels am Buchstaben „k“
  • Die Symmetrie der Rundungsachse
  • Der Verlauf des Querstrichs des Buchstaben „e“
  • Winkel der Schattenachse am Buchstaben „o“ 

Lineare Schriftarten sind in der heutigen Zeit die meist genutzten. Sie wirken modern und Zukunftssicher. Eine gebrochene Schrift wirkt vielleicht langweilig aber dafür viel seriöser als eine geschriebene Schrift. Um beim Gestalten am Ende das rüber zu bringen, was das Medium letztendlich sollte, spielt man kein russisch Roulette bei der Wahl, sondern macht dies bewusst, um beim Betrachter einen gezielten Effekt auszulösen.

Ein gutes Beispiel wäre der Geschmack. Genau so wie Farben können Schriftarten einen gewissen Geschmack aufweisen. Lasst euch hier selbst überzeugen:

Na, schmeckt ihr die Sorten beim Lesen?

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