Azubi-Blog #12

Und? Hat euer erster kleiner Internetauftritt funktioniert? Wenn ihr nicht wisst, wo von ich rede, dann schaut doch einfach mal bei meinem letzten Blogbeitrag vorbei. Hier erstelle ich zusammen mit euch ein HTML-Grundgerüst und ein externes Stylesheet.

 

Heute aber möchte ich einen Ausflug in den Printbereich machen. Denn auch hier lerne ich jeden Tag dazu. Vor Kurzem erst wurde ich vor die Aufgabe gestellt, einen Briefumschlag zu gestalten. Hört sich vielleicht nicht gerade wie eine schwere Mission an aber auch wie beim Briefpapier gelten hier Normen, an die man sich halten muss.

 

Wie bei vielen Produkten im Printbereich, gibt es auch bei den Briefumschlägen eine breite Palette von Formaten, die verwendet werden können. Ein häufig auftauchendes Format in der Geschäftswelt ist der Umschlag im DIN Lang Format. Seine Maße betragen 110 mm in der Höhe und 220 mm in der Breite. Oft besitzt er ein Sichtfenster, indem später die Zustell- und Absende-Adresse von dem Briefpapier zu sehen ist.

 

Eigentlich ja super, dann hat man schön viel Platz um seiner ,,krähativität‘‘ freien Lauf zu lassen. Doch zu früh gefreut, denn besonders bei Briefumschlägen müssen die, von der Post angegebenen, Vorgaben eingehalten werden.

 

Ein Briefumschlag ist in 4 Zonen unterteilt, die besonderen Regeln unterliegen. Da gibt es einmal die Frankierzone. Sie ist 74 mm x 40 mm, gemessen von der rechten oberen Ecke und bei allen Formaten gleich groß. Dieser Bereich ist nur für Briefmarken und Frankiervermerke reserviert. Es dürfen darin weder Gestaltungselemente noch Texte platziert werden.

 

Die Absenderzone befindet sich direkt auf der linken Seite neben der Frankierzone und ist generell 40 mm hoch. Die Breite ergibt sich aus der Formatbreite minus der Breite der Frankierzone und ist daher immer unterschiedlich. In die Absenderzone werden Angaben zum Versender wie Name, Adresse oder auch Firmenlogo platziert. Die Adresse sollte mit 10 pt bis 12 pt Schriftgröße und ohne Leerzeile angelegt werden. Die Absenderangaben werden oft auch schon im Briefpapier über die Empfängeradresse platziert. Verwendet man nun einen Briefumschlag mit Fenster, sind diese natürlich auch zu sehen und machen ein erneutes platzieren auf dem Umschlag überflüssig. Die freie Fläche kann, dann beliebig mit Gestaltungselementen gefüllt werden.

 

Die Codierzone wird von der rechten unteren Ecke des Briefumschlags gemessen und ist 15 mm Hoch und 150 mm breit. Nachdem die Anschrift bei der Post maschinell eingelesen wurde, wird in diesem Bereich ein Strichcode aufgedruckt. Mit diesem können die Sendungen zielgerichtet sortiert werden. Schaut doch das nächste Mal, wenn ihr einen Brief erhaltet, genau hin. Ihr werdet ihn bestimmt entdecken. An dieser Stelle ist die Gestaltungsfreiheit eingeschränkt. Die Farbgestaltung sollte sich auf sehr helle Farben beschränken, damit die Lesbarkeit des Codes gewährleistet ist. Auch solltet ihr hier auf Gestaltungselemente verzichten.

 

Die letzte Zone auf einem Briefumschlag nennt sich Leserzone. Hier werden, solang kein Fenster im Umschlag vorhanden ist indem sie schon sichtbar sind, die Empfängerangaben untergebracht. Die Anschrift muss einen Abstand von 15 mm zum rechten und linken Rand haben und mittig zu den langen Seiten ausgerichtet sein.

 

Solltet ihr den Raum, aufgrund eines Fensters in eurem Umschlag, zur freien Verfügung haben könnt ihr euch hier gestalterisch entfalten.

 

Generell gilt beim Gestalten eines Briefumschlags, dass es sich dabei oft um reine Promotion handelt. Er sollte also unter den tausend anderen Umschlägen, die sich so in einem Briefkasten sammeln, rausstechen und schnell wiedererkennbar sein. Er sollte das Corporate Design eines Unternehmens unterstreichen, sowie Professionalität und Seriosität ausstrahlen.

 

Aber warum solltet ihr meine Tipps einhalten? Weil ihr so gewährleisten könnt, dass eure gestalteten Briefumschläge auch komplikationsfrei verschickt werden können. Kein Kunde wäre glücklich, wenn er regelmäßig Probleme beim verschicken seiner Briefe aufgrund eurer Gestaltung hätte. Da kann er noch so schön aussehen ;-).

 

Wie ihr seht, gibt es auch beim Gestalten eines Briefumschlags so viel zu beachten. Ich hoffe ich konnte euch mit meinem Beitrag das Thema zusammenfassen und die wichtigsten Fragen rund um den Briefumschlag beantworten.

 

Viel Spaß beim Lesen!

 

 

-Nina-